Über den SEOdioten

Der SEOdiot, mit bürgerlichem Namen Markus Uhl, hat über einige Umwege zum Thema Suchmaschinenoptimierung gefunden.

seodiot2_hoch_smallComputer begleiten ihn aber schon mehr als zwei Drittel seines 1971 begonnen Lebens, da er bereits mit 12 in der Realschule das damals noch "experimentell angebotene" Fach Informatik belegte und fortan nur noch programmierend und tüftelnd hinter seinem C64 gesehen wurde. Nach absolvierter Realschule musste aber erst mal ein wirklich handfester Beruf her, weshalb eine Ausbildung zum Industrieelektroniker Fachrichtung Gerätetechnik eingeschlagen wurde. Denn auch wenn die Informatik eigentlich die erste Wahl gewesen wäre – zu der Zeit wurden damals nur Abiturienten in den entsprechenden Lehrstellen genommen. Nach gutem Abschluss dieser Lehre kam dann jedoch erst mal der Zivildienst und kurz vor sowie fast ein Jahr nach selbigem wurde ins harte Berufsleben als in Wechselschicht arbeitender Elektriker an einer vollautomatischen Schweiß-Strasse bei einer großen deutschen Autofirma geschnuppert.

Da dachte sich der SEOdiot aber bald: ja bin ich denn deppert? Warf also diese Laufbahn hin und holte sich erst auf der FOS die Fachhochschulreife und dann im Aufbau darauf über die BOS die fachgebundene Hochschulreife (mit Buchpreis des Staates Bayern für herausragende Leistungen *hüstel*). Inzwischen hatten sich die Interessen stark verändert und als Traumjob stand im Raum: Simulationsprogrammierer für kosmologische Modelle oder etwas vergleichbares am Max-Planck-Institut in Garching, wohin es den SEOdioten seit einem Tag der offenen Tür und der sich daraus entwickelnden Bekanntschaft zu zwei abgefahrenen Professoren immer mehr zog. Also musste ein Physik-Studium begonnen werden. Das aber so ganz ohne Finanzspritze von zu Hause nicht wirklich gut funktionierte, weshalb ein Nebenjob her musste. Der sich in Form eines "Mädchen für alles" im Büro einer Softwarefirma auch recht schnell fand. Die Technik dieser Firma war sehr interessant, da sie eine der ersten war, die PCs den Zugang zum Internet ermöglichte (Microsoft baute erst mit Windows95 selbst einen eigenen TCP/IP-Stack ein – davor war man auf derartige Dritthersteller angewiesen). Also wurden schnell am Empfangstelefon schon die ersten Support-Anfragen gelöst, um die Kollegen an der Hotline zu entlasten – die das aber wiederum bald mit einem Angebot für eine Festanstellung dankten. Nach einiger Abwägung wurde also der Uni und dem nur über viele Jahre wirklich harter Arbeit und Verzicht auf Freizeit erreichbaren Traumjob auf Wiedersehen gesagt und der SEOdiot lernte daraufhin die Netzwerktechnik sowohl hard- als auch software-seitig als Tech Support Engineer mehr oder weniger von der Pike auf.

Ein paar Jahre später entwickelte sich dann das WWW so richtig zum Hype, die Skriptsprachen wurden immer komfortabler und alles, was früher mühselige GUI-Programmierung bedeutete, ließ sich nun mit einem Browser als Front-End ungleich einfacher realisieren, weshalb das Interesse des SEOdioten sich auch schnell in diese Richtung entwickelte. Denn er programmierte damals schon 12 Jahre lang und war einfach fasziniert von den Möglichkeiten des WWW, also eines Browsers und eines Servers mit leistungsfähigen Programmen in Perl oder PHP oder sogar C/C++ dahinter.

Nach viel Überlegung wurde also der Schritt in die Selbständigkeit gemacht und in den folgenden 6 Jahren wurden viele, viele kleinere und größere Websites sowohl statisch als auch in verschiedenen Skriptsprachen gebaut, CMS-Systeme teils selbst programmiert, teils angepasst, Konzepte und Business-Pläne für Websites und Portale erarbeitet und beurteilt, erste Consulting-Aufträge erledigt und Schulungen gehalten und überhaupt alles mögliche im Bereich des WWW abgearbeitet.

Doch wie viele andere Freelancer zu dieser Zeit zerbrach auch der SEOdiot an den Folgen des 11. September 2001 und vor allem des Zusammenbruchs des Kirch-Imperiums, da seine Hauptauftraggeber damals aus Agenturen bestanden, die in diesem Medien-Umfeld tätig waren und kalte Füße bekamen, so dass nach der Bekanntgabe des Bankrotts von Herrn Kirch fast über Nacht alle Externen gekappt und die verbleibenden Aufträge aus Freimann und Ismaning ausschließlich mit internen Kräften erledigt werden sollten.

Also war es Zeit, dem freien Leben Good-Bye zu sagen und den nächsten Schritt zu tun. Nach dem grundlegenden Erlernen der Kunst des Programmierens und nach dem Verstehen der Hardware-Seite eines Computers und nach dem Wissen, wie man Computer über ein Netzwerk miteinander sprechen lassen kann und nach dem vielen Beschäftigen mit Websites, deren Aufbau und Programmierung sowie Hosting und all diesem Gedöns – ja, richtig: es wurde Zeit, sich daran zu machen, all das was man da überhaupt für seine Kunden so alles an Websites aufgebaut hatte oder aufbauen kann auch tatsächlich zu Geld zu machen. Internet-Marketing und vor allem der Schwerpunkt Suchmaschinenoptimierung sollten von da an der Lebensinhalt des SEOdioten sein.

Seit Mitte 2002 ist er nun also als angestellter SEO Consultant bei der Firma cyberpromote tätig, hat bereits dutzende von internationalen Projekten, hauptsächlich im Software-Umfeld umgesetzt, hat dabei viele Erfolge gefeiert – aber natürlich auch Rückschläge erlebt und nervlich verdammt viel Lehrgeld gezahlt. Dass er das alles immer noch macht ist deswegen wohl nur seinem latenten Hang zum Masochismus zu verdanken – also das, was andere immer so euphemistisch mit "man wächst mit seinen Herausforderungen" umschreiben. Dass deswegen mit der Zeit natürlich auch der Sarkasmus gewachsen ist, dürfte daher verständlich sein. Und weil die Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können eine der wichtigsten Überlebensstrategien wohl jeden SEOs da draussen ist – genau deswegen entstand auch in einem lichten Moment der Erkenntnis über das eigene Leben das hier verwendete Pseudonym: der SEOdiot…

2 Kommentare zu “Über den SEOdioten”
Loewenherz 22. Januar 2009 um 19:44

Wow, das ist mal ein Lebenslauf nach meinem Geschmack. Ich trau mich ja kaum, den meinen irgendwo vollständig im Web zu posten, weil ob der Vielfältigkeit kaum jemand glauben würde, dass auch Tiefe möglich ist.

Sollten wir uns mal bei der PubCon oder irgendeiner anderen Veranstaltung begegnen, können wir gern anstoßen (bislang wohl noch nicht geschehen)…

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gentle.rocker 3. Juli 2009 um 01:43

dieser Lebenslauf hat was; ehrlich.

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