HochgeschwindigkeitsSEO – Unwort des Jahres

Natürlich ist in der Szene jedem dieses Wort ein Begriff. Aber als alter Wortklauber küre ich das schon jetzt zum Unwort des Jahres. Was hat SEO mit Hochgeschwindigkeit zu tun? Ist es wirklich erstrebenswert, als erster „Fertig“ zu rufen? Und sind die Methoden, die eine Website schnell nach vorne bringen, nicht auch genau diejenigen, die sie auch sehr schnell in eine Penalty schießen?

Sieht man sich das weite Feld der Teilnehmer mal so an, scheint auch genau das betrieben zu werden: da wird auf Teufel komm raus gestufft, massiv spammy Links aufgebaut, negative SEO betrieben und überhaupt kiloweise Inhalt mit sehr fragwürdiger Qualität herausgerotzt, frei nach dem Motto: wie verwässere ich den Inhalt über möglichst viele Absätze oder Unterseiten, nur damit Google denkt, ich hätte den Größten.

Also nicht missverstehen. Ich meine das nicht unbedingt pauschal. Die derzeitigen Spitzenkandidaten von hochgeschwindigkeitsseo.net, netclosing.de oder der HochgeschwindigkeitsSEO-Star haben da schon was Beachtliches auf die Beine gestellt. Aber die große Frage, die sich mir bei der ganzen Aktion einfach stellt: ist das auch nachhaltig?

Sehr interessant finde ich auch, dass sich sehr viele der bekannten Profis komplett enthalten. Warum eigentlich? Wissen sie, dass der Rest keine Chance hätte? „Stehen sie drüber“? Oder machen sie einfach keine Schnellschüsse, wenn’s um SEO geht, weil sie genau wissen, dass diese Gebilde wohl bald wieder zusammenkrachen werden?

Man weiß es nicht.

Ich weiß jedenfalls: wer heute Abend um 22 Uhr auf Platz 1 ist, interessiert mich nur insofern, weil ich wissen möchte, ob und wo dieser Erstplatzierte mit diesem Begriff in 2 Wochen, zwei Monaten, einem halben Jahr und in einem ganzen Jahr stehen wird. Denn nur wer dann immer noch vorne mitspielt hat bewiesen, dass er tatsächlich in dieser kurzen Zeit die richtige Balance gefunden hat, um an einer Penalty vorbeizuschrammen.

25 Kommentare zu “HochgeschwindigkeitsSEO – Unwort des Jahres”
Thomas Schulze 12. September 2012 um 20:08

Recht hast Du – interessant ist immer was ‚hinten‘ rauskommt 😉

megaabstauberseo 17. Oktober 2012 um 14:30

Super Artikel.
Herr Schulz ich denke genau so wie Sie.
Bei Seo zählt die Qualität und nicht die Zeit!

Viele Grüße aus dem schönen Rheingau-Taunus-Kreis

Herman

seodiot 17. Oktober 2012 um 15:31

Hallo Patrick. Nice try – da kann ich doch tatsächlich endlich mal das „nofollow-case-by-case“-Plugin nutzen … ;o)

langsamseo 13. September 2012 um 09:04

Ist ja auch verständlich, dass hier die großen SEO´s nicht mitmachen. Es gibt einige Leute und dazu gehört anscheinend der Sieger des Contests auch dazu, die meinen, dass ein solcher Contest in irgendeinerweise Kunden heranschafft.

Ich meine aber, dass genau das Gegenteil passieren kann und sogar wird.
Vielleicht ist der ein oder andere Kunde verärgert, weil man sein Geld für so einen „unwichtigen“ Contest verwendet und für ihn keine Zeit hat?
Was passiert, wenn, wie du es sagst, die ersten Seiten in 3-4 Wochen total abschmieren, weil sie abgewertet werden und eine penalty erhalten?

Wieso muss eine SEO Agentur sich eigentlich bei einem Contest beweisen…?

Roberto 13. September 2012 um 13:35

Ich finde den Contest ehrlich gesagt einfach kindisch. Da freuen sich paar Spammer-Nerds diebisch darüber vermeintlich schlauer zu sein als Google,… was eine seeeeehr kurzsichtige Denke ist.
Seriöse Player machen hier nicht mit, weil „Quick & Dirty“ im SEO nichts zu suchen hat.
Ist in meinen Augen einfach unprofessionell und verschwendete Zeit!

Marcus 21. September 2012 um 17:22

Ich verstehe nicht so richtig, warum man einen solchen Contest veranstaltet. Natürlich liegt es in der Natur des Menschen, ständig im Wettkampf zu anderen zu stehen, allerdings sollten diese Wettkämpfe sinnvoll sein. Mein Vorschlag wäre daher, einen ähnlichen Contest zu veranstalten, dessen Auswertung allerdings frühestens nach einem Jahr erfolgt. Dann würde das Prinzip „Quick & Dirty“ (Wie es mein Vorredner nannte) nicht funktionieren.

seodiot 21. September 2012 um 17:59

Also den Contest an sich verstehe ich schon. Ich finde auch die Vorgabe interessant, dass es diesmal eben NICHT über lange Zeit läuft, sondern nur sehr kurz.

Allerdings hätte ich erwartet, dass man die Regel „die Domain muss frisch sein“ aufstellt. Ich habe viele Teilnehmer mit alten Domains mit Trust und History gesehen, die natürlich schon einen deutlichen Vorteil hatten. Den sie zwar trotzdem nicht immer auf die Straße brachten, aber fair finde ich das nicht. Überhaupt nicht. Gerade wenn es darum geht, als Newcomer auch mal bei so einem Contest eine Chance zu haben. Denn als Newcomer hat man halt noch keine PR8-Domain mit 5 Jahren History. Da wäre fairer gewesen, wenn jeder, also auch die alten Hasen, mit einer komplett frisch registrierten Domain hätte antreten müssen – und dann hätte man auch echt was über die tatsächlichen Fähigkeiten der SEOs sagen können.

Naja, beim nächsten mal werf ich vielleicht auch einfach meine PR7-Domain ins Rennen, die es seit dem letzten Jahrhundert gibt… ;o)

peter 12. Oktober 2012 um 18:04

Markus hat bedingt Recht. Einige wie Fantomas z.B. arbeiten aber für Unternehmen bei denen nur kurzfristiger Erfolg zählt und da reicht es halt 2 Wochen oben zu sein.

seodiot 12. Oktober 2012 um 19:32

In dieser glücklichen Situation sind aber leider nur die aller-allerwenigsten SEOs. Vor allem in Agenturen. Also ich würd mal sagen, 99,9% der SEOs wird einfach standrechtlich der Kopf abgerissen, wenn sie nur für kurzfristiges Ranking und anschließendes Delisting sorgen… ;o)

Andree 7. November 2012 um 17:42

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass kurzfristiges SEO wenig Sinn macht. Ausgenommen, man hat die Absicht ein Wahnsinnsprodukt oder eine bestimmte Aussage über einen kurzen Zeitraum zu pushen. Betrachte ich allein meine kleine Website, wird mir schmerzlich bewusst, wie schnell sie nach kurzen Content- und SEO-Pausen komplett im Nirvana verschwindet. Bei großen, konkurrenzstarken Pages ist schnelles SEO sicherlich viel zu kurz gedacht.

Viele Grüße

Andree

Mark 17. November 2012 um 09:36

Ich glaube nicht dass man erwarten kann dass die Teilnehmer auch noch nach vielen Monaten oben stehen, darum geht es ja auch nicht. Auch glaube ich nicht dass die Teilnehmer sich erhoffen darüber Kunden zu gewinnen, weil man bei einem solchen Contest eher spammig optimiert.
Beim letzten contest auf dem SEO Day hat man es ja gesehen. Der Gewinner hat ne Domain registriert und Spamlinks drauf gehauen bis zum Umfallen – mich wundert übrigens immer noch dass er nicht aus den Serps geflogen ist.
Einen Kunden gewinnt er sicherlich mit solchen Methoden nicht. Die Methoden bei der eigenen Seite würde ich allerdings auch nicht anwenden, weil die dann doch eher auf kurzfristigen Erfolg ausgelegt ist.
Interessant aber dabei: Die Seiten die den zu optimierenden Begriff in der URL haben erzielen bei diesen challenges fast immer geniale Ergebnisse.

Sergio Tavares 3. Januar 2013 um 16:51

Faszinierend wie viel man auf einmal zu diesem „unwort“ findet! Aber meiner Meinung nach bringt es garnichts. Google hat schon in 2012 die Weichen für noch bessere und sauberere Ergebnisseiten gestellt und wird Sachen wie „highspeed“ Seo stark abstrafen! Jedenfalls hoffe ich das…

Eventagentur aus Hannover 29. Januar 2013 um 16:13

Diese Meinung wird vermutlich nahezu jeder so unterzeichnen, allerdings ist es dennoch spannend, was mit den richtigen Tricks alles möglich ist. Es gibt sicherlich auch Themen, wo die Nachhaltigkeit nicht wirklich von Bedeutung ist. Zum Beispiel in unserem Bereich: SEO für Veranstaltungen. Da ist es für einige Bereiche nicht von Bedeutung, langfristig auf der #1 zu stehen. Aber wie gesagt, generell stimmen wir diesem Beitrag voll zu!

Marco Alexander Klemm 6. Februar 2013 um 12:38

Der Begriff klingt aber auch wirklich ziemlich lächerlich, wobei effizentes udn effektives Vorgehen ja nie schadet. Wird aber dann leider häufig mit Spam verwechsel – dann ist die Penalty aber auch mehr als angebracht.

Joe Fugger 21. März 2013 um 07:40

Der Artikel ist zwar schon ein paar Tage alt, aber ich muss Dir einfach zustimmen. Dieses Wort ist echt das Unwort des Jahres in unserer Szene

Artjom 15. Mai 2013 um 12:33

Also kurzfristiges SEO hat bei mir auch garnichts gebracht… nach paar Wochen wurde ich wieder runtergestuft… Nur mit der Zeit baut es sich bei mir ganz langsam richtung Platz 1 auf bei diversen Beiträgen 😉

Paulchen434 28. Juni 2013 um 16:49

Obwohl dieser Begriff wirklich lächerlich ist – ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.

tom 11. Juli 2013 um 21:39

Zeit und Seo muss nicht unbedingt was miteinander zu tun haben. Zeit kostet es so oder so. Ein bekannter sagte mal voller Leidenschaft: Ich möchte nicht arbeiten, ich möchte Geld verdienen!

Gruß Tom

Stefan 19. Juli 2013 um 16:11

Ja, tatsache, immer noch ein furchtbares Wort!
Das klingt halt auch schon ziemlich unseriös.

Björn 21. August 2013 um 14:23

Wo darf ich deine Petition zum Unwort unterschreiben?
Kenne diese Problematik nur zu gut von diversen Agenturen.

Beste Grüße,
Björn

Willy 27. August 2013 um 22:26

Das braucht Zeit schnell geht das nicht und wenn es funktioniert dann nicht besonders lange.

Fabian 5. September 2013 um 12:25

Also langfristig und serioös kann dieses „superschnelle SEO“ wohl nicht sein, da die Seitenbetreiber wohl keinen einzigen Funken an Traffic erhalten werden.
Aber welch Ironie, dass Google die Bewertungsalgortihmen einführt um den Nutzern passend informative Seiten zuerst aufzuzeigen und diese Seitenbetreiber schaffen wohl ein hohes Ranking mit genau dem Gegenteil…

Jens 18. September 2013 um 16:18

Verwunderlich ist es doch nicht, das solche Floskeln entstehen. In einer Welt in der alles am Besten schon vorgestern erledigt sein soll finden sich immer weniger Menschen mit Geduld und dem Sinn für Qualität. Die Zeit wird zeigen wo uns dieser Trend hinführt.

Jan 12. Oktober 2013 um 21:42

Also soweit ich das gerade sehen konnte stehen die damaligen Teilnehmer immer noch ganz oben. Das verwundert mich aber auch nicht besonders, da ich nicht wüsste wer zu einem Keyword bestehend aus zwei so unzusammenhängenden Worten sonst noch ranken sollte. Auf Platz 1 steht übrigens eine EMD 😉

Peter Berg 22. November 2013 um 07:10

Mittlerweile gibt es schon wiede neue Unwörter wie z.B. Seokanzler. Ich würde mir wünschen das Du hier im Blog etwas aktiver wärst. Mir haben die Artikel immer gut gefallen

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