Der SEOdiot – jetzt mit MEHR POWER!
Abgelegt unter: Off-TopicDas würde zumindest Tim Taylor sagen. Diese Website wird jetzt nämlich von einem satten QuadCore-Prozessor angetrieben. Dieser werkelt in einem V-Power Server XL von Strato. Am Samstag bestellt, gestern den Bescheid bekommen, dass das System bereitsteht – und jetzt läuft schon der SEOdiot drauf. Allerdings habe ich wieder mal den üblichen Konfigurations-Marathon hinter mir sowie ein paar neue graue Haare im Spiegel vor mir…
Warum werden eigentlich Server immer in so dermassen seltsamen Konfigurationen ausgeliefert? Oder bin ich etwa der einzige, der hier Wert auf die Details legt?
Konkret bekam ich meinen Quattro mit SuSE 11.1 und Plesk vorinstalliert. Na toll. Also SuSE ist fein, das mag ich einfach, weil ich damit seit über 10 Jahren meine Server am Laufen habe und mich also entsprechend auskenne. Aber wer kommt eigentlich auf die Idee, einem Plesk so aufs Auge zu drücken? Das Ding ist vielleicht interessant, wenn ich sowas wie Strato selbst machen möchte, also meine eigenen Hosting-Pakete verticken. Aber für alle anderen Zwecke? Nä, danke…
Also ließ ich die Kiste erst mal überbügeln. Und weil ich ja durchaus lernfähig bin, fiel meine Wahl diesmal auf Ubuntu 8.04 LTS. Genau das LTS reizt mich jetzt nämlich mal dran. Während ich für meinen alten Root-Server mit SuSE 10.0 schon keine richtigen Updates mehr bekomme, soll Ubuntu in dieser Hinsicht ja vorbildlichst sein. Mal sehen…
Danach war ich dann aber erst mal ein wenig blank. Jahrelang an Yast gewöhnt, fühlen sich apt-get und aptitude schon erst mal ziemlich sperrig an. Aber glücklicherweise gibts ja Tutorials und Anleitungen und überhaupt.
Ein extrem gutes HowTo fand ich übrigens dort: der perfekte Server – Ubuntu 8.04 LTS. Genial. Genau diese Konfiguration will ich auch haben. Standard-LAMP und dazu Postfix. Warum hier standardmässig aber erst mal Exim installiert war und warum sich das nicht sauber deinstallierte, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Nach vielem Suchen und stirnrunzelndem Entziffern der kryptischen Fehlermeldungen fand ich dann die lächerlich-banale Lösung: das PID-File für Exim wurde beim Beenden des Prozess nicht gelöscht und deswegen kackte die Deinstallationsroutine ab! Was mich wieder an meine Erfahrung mit der Hermes Sendungsverfolgung erinnert – diese Fehlermeldungen, die ich da heute bekam, waren genauso hilfreich wie das dort erwähnte, kleine Steak…
Anschließend versuchte ich dann erst mal eine Stunde lang, mich mit ISPConfig anzufreuden. Vergeblich. Auf den ersten Blick scheint es ja eine ernstzunehmende, weil kostenlose und auch nicht recht viel weniger mächtige Konkurrenz zu Plesk zu sein. Aber genau deswegen ist es für meine Zwecke genauso überdimensioniert wie Plesk. Also alles wieder deinstallieren und aufräumen und zurück zum Besten, was ich für mein Einsatzgebiet kenne: Webmin. Ich weiß, dass bei diesem Namen viele das Gesicht verziehen, da dieses Tool ein beliebtes Ziel von Hackern ist und auch einiges an Angriffsfläche bietet – aber wer es ständig laufen lässt, ist finde ich auch selber schuld. Wie oft muss man denn normalerweise wirklich an der Kiste was rumschrauben? Alle heilige Zeit mal. Also einfach nicht automatisch starten lassen und nur aktivieren, wenn man was konfiguriert. Danach wieder abschalten – und schon ist das Zeitfenster minimiert, in dem ein Angreifer etwas machen könnte. Denn er ist ja schließlich kein Hellseher, der weiß, wann ich es einschalte…
Der Rest war dann erst mal relativ simpel. Dank Webmin ist ja sogar die abgefahrene Konfiguration von Postfix für so einen Laien wie mich machbar. Vor allem, wenn es um die virtuellen Domains und die Zuordnung zu existierenden User-Mailboxen geht. Ich möchte nämlich nur eine einzige, zentrale Mailbox haben, in die alle Mails für alle meine Domains reinlaufen und die ich dann per SquirrelMail (oder wechsle ich doch noch auf das irgendwie schicker aussehende RoundCube?) verwalte, weil ich keine Lust habe, mich in zig verschiedene Mail-Accounts einzuloggen – versucht das mal mit Plesk und seiner “jeder für sich und wehe, einer sieht was vom anderen”-Philosophie.
Der Umzug von seodiot.de war dann ebenfalls eigentlich nur eine Sache von wenigen Minuten. sqldump auf dem alten Server und dann ratzfatz alle Dateien mit ncftp auf den neuen gesaugt. Dort anschließend die Datenbank angelegt, den sqldump eingelesen und fertig. Der neue SEOdiot lief. Angenehm.
Etwas Stress machte jetzt aber die Konfiguration der weiteren Virtual Hosts. ISPConfig hinterließ noch ein paar Dateileichen, die mich komplett verwirrten. Also erst wieder richtig Ordnung schaffen und alles von Hand löschen, was wirklich nicht mehr gebraucht wird. Danach dann ein erster, kleiner Rumpelstilzchen-Tanz. Der SEOdiot lief, auf die h-irgendwas.stratoserver.net bekam ich korrekt die Standard-Seite, für die erste weitere Domain erhielt ich auch die dortige Testdatei – aber für die zweite weitere Domain, die eigentlich noch total in der Luft hängt, weil ich sie mir einfach nur gegrabscht habe, bekam ich nicht wie erwartet die Standard-Seite, sondern die Testseite der ersten Domain. WTF?
Lange Suche – kurze Lösung: man sollte einfach wirklich mal genau das Apache-Manual lesen… Sobald nämlich eine Anfrage auf keinen der konfigurierten Virtual Hosts passt, wird automatisch der erste konfigurierte Virtual Host angesprochen! Hah! Da muss man aber auch erst mal draufkommen. Eigentlich würde ich ja erwarten, dass dann die Standard-Konfiguration greifen würde – aber genau das ist eben nicht der Fall.
Deswegen hab ich jetzt einfach einen neuen virtuellen Server mit dem Standard-Document-Root angelegt und dafür gesorgt, dass der in der Lade-Kaskade der Apache-Konfigurationsdateien als erster direkt nach dem NameVirtualHost aufgerufen wird – läuft!
Ein langer Abend. Der wie im Flug verging. Aber irgendwie macht das Rumschrauben auch einfach wahnsinnig Spaß. Und gelernt hab ich auch wieder was…
Wie dem auch sei – jetzt gehts dann erst mal ans Feintuning, denn irgendwie kommt mir der Blog nicht recht viel schneller vor als auf der alten Single-Core-Maschine. Oder was meint Ihr?
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Interessanter Bericht, sehr informativ und könnte mir sehr helfen! Großer Lob! Vielen Dank!
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Fürn popeliges Weblog extra n Quadcore? Naja .. wers braucht – noch bist ja kein Shopblogger oder Beerdigungsheini. IMNSHO also zuviel Geld über
cu, w0lf.
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seodiot Reply:
Oktober 8th, 2009 at 08:05
Wenn ich nur den Blog am laufen hätte, wäre Deine Einschätzung absolut richtig. Aber hier läuft ja auch noch mein anderer Blog, die Band-Website, meine WoW-Gilden-Website und der Shop meiner Ex. Und für die Zukunft hab ich auch noch ein wenig mehr vor – da wird der Quad-Core nicht nur sehr angenehm sein, sondern sich vielleicht sogar von selbst bezahlen…
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Hi!
Habe selbst einen Installationsmarathon in dieser Art auf einem V-Server hinter mir und kann mitfühlen. Deine Frage, ob die Seiten nach dem Wechsel schneller laufen hab ich mir auch gestellt. Aber bei meinen Seiten hab ich das Gefühl: Nein. Es ist halt einfach cooler einen eigenen Server zu haben, aber nicht immer unbedingt schneller, zumindest nicht gefühlt. Aber cooler Bericht, da weiß man wenigstens wie viel harte Arbeit so ein Blog sein kann.
Viele Grüße!
Manfred
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