Nur die besten sterben jung – RIP: derEcki-Blog

Ich dachte ja zuerst, ich lese nicht richtig. Als zweites dachte ich, ich sollte mal auf den Kalender gucken, nicht dass ich den ersten April verpasst hätte. So nach und nach dämmerte mir dann aber: er meint es tatsächlich ernst. Einer meiner wenigen All-Time-Lieblingsblogs geht nach genau 365 Tagen offline. Der Ecki hat sich dazu entschlossen, die Tastatur wegzulegen und mit einem kalten Entzug seiner Blogsucht zu trotzen. Der Vorhang fällt und das Licht geht aus.

Zeit also, um eine kurze Gedenkminute einzulegen. Ecki war ist ein Blogger mit Herz und Seele. Und er war ist originell. Einzigartig. Ich kenne wenige Blogger, die mich mit ihren Einträgen so in ihren Bann zogen wie der Ecki das schaffte. Seine Art zu schreiben war ist immer kurzweilig. Man freute sich über jede Zeile. Denn auch aus den für manche viel zu banalen Ereignissen schaffte er es, einen hervorragenden Blog-Eintrag aus den Fingern zu zaubern, der zumindest zum schmunzeln, oft aber auch zum schallenden Lachen animierte. Ich erinnere da zum Beispiel nur an seinen kleinen grünen Kaktus. Oder die unvergessliche Anekdote mit seiner ungewollten Eiskreation. Und was erst seine Blogschau angeht – absolut großes Kino!

Ich kenne wirklich viele Blogs. Aber bei den meisten muss ich auch leider sagen: lest Eckis Blog und lernt daraus. Fragt Euch dabei einfach: was hat ihn so besonders gemacht? Wie hat er es mit seinen einfachen Erzählungen aus seinem Leben, also so ganz ohne Themenfixierung, ohne Zielgruppenanalyse, ohne Keyword-Recherche und ohne SEO geschafft, innerhalb nur eines Jahres bis auf Platz 52 in den deutschen Blogcharts vorzustoßen, über 300 Abonnenten anzuhäufen und eine beachtliche Community um seinen Blog aufzubauen? Ganz einfach: dieser Blog ist er – er ist sein Blog. Mit seiner ihm eigenen, ganz persönlichen Art hat er ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen und konsequent durchgezogen. Mit dem ihm dafür gebührenden Erfolg.

Ecki, ich ziehe zum Abschied meinen Hut vor Dir. Ich wünsche Dir das allerbeste für Deine Zukunft. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Du Dich irgendwann stark genug fühlst, die Blogosphere wieder mit Beiträgen von Dir zu beglücken, ohne dass dabei die Sucht wieder von Dir Besitz ergreift und Dein Leben kontrolliert – sondern dass Du Deinen Blog wieder als Sahnehäubchen zu Deinem Leben betrachten kannst.

Die Blogosphäre wird auch ohne Dich weiterleben. Aber mit Dir verlischt in meinen Augen ein ganz, ganz großer Stern.

Salute!


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