Die lustigsten SEO-Blog-Namen – und wie erkennt man Dich?

Im SEO-Blog von onreact bin ich gerade auf einen kleinen Artikel mit den 7 lustigsten Namen für SEO-Blogs gestoßen. Und ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht, dass der SEOdiot dort nicht erwähnt wird. All meine Mühe bei der Namensfindung war umsonst. :( Aber Scherz beiseite – was will uns dieser Artikel sagen?

Nun, ich verstehe es so, dass es trotz aller Sinnhaftigkeit oder sogar Notwendigkeit, wegen der Suchmaschinenplatzierungen Keywords im Namen zu verwenden, gerade bei einem Blog doch irgendwie eher darauf ankommt, ihm eine persönliche Note zu geben. Wie viele “SEO-Blogs”, “SEO-Info-Blogs” (sorry, Tobi ;) ), “SEO-News-Blogs”, “SEO-Tricks-Blogs” und dergleichen gibt es denn eigentlich schon? Und wie viele “Reise-Blogs”, “Usabilty-Blogs”, “Essens-Blogs”, “Koch-Blogs” und so weiter?

Sicher, alle haben sie sauber ihr wichtigstes Keyword im Namen. Aber bringt es ihnen eigentlich wirklich was? Wenn ich nach [SEO-Blog] google finde ich 16 Millionen Ergebnisse – und bei den ersten 30-40, die sich auch die Suchenden ansehen, sticht irgendwie absolut keiner besonders auffällig ins Auge. Was nicht heißen soll, dass die Blogs dahinter nicht gut wären, im Gegenteil – aber gerade was die Betitelung, die Aufmachung und die ganze “Persönlichkeit” dieser Blogs angeht, haben für meinen Geschmack viele ein klein wenig zu viel Weichspüler abbekommen. Wie in der Musik ist der Wiedererkennungswert für mich und viele andere ein zentrales Kriterium – und da fallen leider die meisten sowohl bezüglich Inhalt, Schreibstil als auch optischer Aufmachung einfach durch. Die schön neutral und sachlich formulierten Postings von X könnten doch genauso gut von Y oder Z sein. “Tagesschau-Stil” nenn ich das einfach mal.

Natürlich ist “nicht auffallen, nicht polarisieren” schon auch ein Konzept, das oft aufgeht, besonders wenn man es mit einer sehr breiten Zielgruppe zu tun hat. Aber andererseits: sind nicht gerade extremere Konzepte oft die langfristig erfolgreichen? Vor allem, wenn man als Newcomer in einen Bereich eintritt, in dem es bereits etablierte Platzhirsche gibt, die die Masse ansprechen.

Ich möchte meine Erfindung des SEOdioten jetzt nicht als übertolles Hammerbeispiel für so etwas hinstellen, denn das Konzept mit dem Schuß Selbstironie und Humor und Persönlichkeit inmitten all der hochtechnischen Blogs ist noch recht jung und ich spiele noch damit und erst die Zeit wird zeigen, ob ich dadurch wirklich den gewünschten Effekt erziele, nämlich einfach anders zu sein als die unzähligen anderen SEO-Blogs da draussen.

Aber auch wenn Eigenlob stinkt, es ist einfach ein schönes Beispiel: ich kann nicht anders als stolz auf mein erstes diesbezügliches Projekt namens “Lukuhlus” zu sein, das ich einfach aus Spaß und Leidenschaft mal angefangen habe, ohne jemals dabei Geschäft im Hinterkopf gehabt zu haben. Aus der Idee geboren, dass ich einfach verdammt gern lecker esse und auch mal bloggen möchte, habe ich mir ein passendes Wortspiel mit meinem Nachnamen ausgedacht und fing einfach an, über meine Ernährung und meine Gedanken zu diesem Thema zu schreiben. Nachdem ich in den ersten Monaten dann eine ziemliche Wandlung meine Ernährung betreffend durchgemacht habe, schrieb ich regelmässig recht emotional und durchaus auch mal extrem provozierend und mit gut recherchierten Fakten darüber, dass und warum ich jetzt kein FastFood mehr esse, nichts mehr im Supermarkt kaufe, den Perversen Zehn abgeschworen habe und es stattdessen mit allen Sinnen genieße, bei meinem Bio-Bauern im Nachbardorf oder im Tagwerk-Laden einzukaufen, wie ich trotz strikter Ernährung mit möglichst regionaler Bio-Ware unter Ausnutzung der saisonalen Angebote auch nicht so viel mehr Kosten habe als ihr ganzen faulen, hilflosen Supermarkt-Babies, wie man wirklich leckere Sachen aus den einfachsten Dingen kocht und der Genuß schon beim Einkauf anfängt und so weiter und so fort. Und auch wenn ich vielleicht nicht der Top-Blogger zum Thema Essen, kochen und genießen bin, geschweige denn sein will – immerhin hatte ich seit dem ersten Eintrag am 12. Oktober 2006 bis heute 135.238 Besucher, 231.385 Seitenaufrufe, mein Sauerkraut-Rezept ist wohl angesichts der Besucherzahlen eines der am häufigsten in Deutschland nachgekochten Krautrezepte und genauso wie etliche andere Rezepte oder Küchentipps (z.B. [Fisch aufwärmen]) dauerhaft in den Top10 vertreten, ich habe jeden Tag zwischen 200 und 250 Besucher, regelmässig extrem positive Kommentare von überraschten Nachkochern, eine leider wegen schlechter Feedburner-Anbindung dieser Plattform unbekannt große Anzahl regelmässiger Leser und überhaupt habe ich es sogar geschafft, einige Leser zu “bekehren”, so dass sie wieder bewusster kochen und genießen. Und Anfragen von Link Buildern, gegen Bezahlung besondere Websites oder Restaurants und dergleichen zu empfehlen gibt es auch zur Genüge. Glaubt Ihr wirklich, das hätte ich als “Otto-Normal-Weichgespülter-Kochblogger” genauso geschafft?

Vielleicht. Ich kanns nicht sagen. Aber ich wäre sicher nur einer unter vielen. Und eben nicht Lukuhlus, der manchmal auch schon allein anhand seines Namens erkannt wird. Und genau darum geht es doch im Internet Business: stand out! Be different! DARE to be different! Auch auf die Gefahr hin, ein paar Leute damit zu vergraulen – diejenigen, die sich zu Fans Deines Stils, Deines Alter Ego entwickeln, werden doch umso stärker an den Blog, das Produkt oder das Unternehmen gebunden sein. Und eine starke, sehr fokussierte und engagierte Zielgruppe bzw. “Fan-Base” kann oft zu mehr Erfolg führen als das 32.768ste Nullachtfuffzehn-Angebot, das versucht, es auch ja allen recht zu machen, daher beim Besucher keine Emotion verursacht und dieser eben auch sehr schnell mit ein paar Mausklicks beim nächsten Anbieter des gleichen Zeugs ist.

Natürlich darf man sich bei dem Ganzen auch nicht verstellen. Wer schauspielert, wirkt sehr schnell nicht authentisch. Aber jeder Mensch ist doch anders und kann daher seine wesentlichen Persönlichkeitszüge auch in ein individuelles, sich von anderen unterscheidendes Blog-Konzept umsetzen. Vielleicht braucht es dabei etwas Übung und “Selbstfindung”, aber möglich ist es garantiert für jeden.

Also doch einfach mal die Frage in die Runde: erkennt man Euch und Eure Blogs unter all den Blogs zu Eurem Thema raus? Wie stellt Ihr Euch denn bei persönlichen, geschäftlichen Begegnungen vor? Hat Euch schon mal jemand nach dieser Vorstellung gesagt “ach – Sie sind der SEOdiot?! Ihren Blog hab ich schon öfter gelesen!” (tatsächlich vorgestern auf der Messe passiert – wäre das aber auch passiert, wenn mein Blog einfach nur “SEO-Blog” hieße und ich im Gespräch “ich betreibe auch einen SEO-Blog” anstatt “ich bin der SEOdiot” erwähnt hätte?)? Wenn nicht: seid Ihr mit Eurer momentanen Situation zufrieden? Und falls nicht – was hindert Euch eigentlich daran, Euch einfach anders zu präsentieren?

Und als allerletzter Denkanstoß: das war jetzt sehr auf Blogs gemünzt – aber was spricht eigentlich dagegen, die gleichen Gedanken für jegliche Unternehmung anzuwenden, also entweder komplett oder in Form von “Unterpersönlichkeiten” einer Marke oder eines Shops oder sonstigen Geschäfts?

So, das war jetzt der schleimigste, eigenlöblerischste Blog-Eintrag, den ich je geschrieben habe. Und irgendwie schäme ich mich auch dafür. Aber mir fällt grad auch irgendwie kein besseres Beispiel ein, um deutlich zu machen, was ich mit diesem Artikel eigentlich sagen will. Also bewerft mich mit Beispielen, dass ich mich irre, wenn ich sage, dass es weltweit vielleicht nur eine oder zwei handvoll Blogs gibt, die wirklich eine eigene Persönlichkeit haben.


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4 Kommentare zu “Die lustigsten SEO-Blog-Namen – und wie erkennt man Dich?”
Horst 20. Februar 2009 um 10:07

Immer wenn ich Ernährung und Bio höre, muss ich auf die Links klicken. Und immer dann funktionieren die nicht… 8-)
Der zu den Perversen 10 stimmt jedenfalls nicht.

Als Bio-Blogger bist Du doch dann bestimmt auch auf dem Bloggertreffen heute Abend auf der Biofach, oder?

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seodiot Reply:

Oh – Du hast recht. Da hatte sich am Ende durch’s Copy&Paste irgendein Zeichenwust eingeschlichen. Jetzt geht der Link aber!

Und nein, leider werd ich da heut abend nicht sein. Muss morgen sehr früh raus und bei den derzeitigen, unvorhersehbaren Straßenverhältnissen ist mir Nürnberg “zu weit” weg. Außerdem hab ich schon versprochen, dass ich kurz bei einem Konzert hier in Freising vorbeigucke und Flyer verteile…

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Ecki 26. Februar 2009 um 22:27

Hey und dein name fand ich von Anfang an komisch gut ! Also hat was.

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seodiot Reply:

Das beruht sich auf Gegenseitigkeit… ;o)

Wann findest Du eigentlich mal wieder eine Gelegenheit für eine Blogschau? Ich finde, das war einer der besten, wenn nicht sogar der beste Vodcast überhaupt im deutschen Sprachraum, weil er so erfrischend anders war und sich mit nichs vergleichen lässt, das ich kenne. Ich würd Dir ja sogar unseren Proberaum als Studio anbieten, aber ich glaube, wir sind dann doch “etwas” weit auseinander… :o (

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