Warum WordPress?
Abgelegt unter: Off-TopicÜber den Blog von Ecki bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Dominik vom Ocean90-Blog ein Projekt namens WPHelper starten möchte, bei dem es genau darum gehen soll, was der Name verspricht. Also ein Hilfe-Portal rund um WordPress. Dazu sucht er nun einige Meinungen und Erfahrungsberichte und hat dafür einen kleinen Fragebogen veröffentlicht. Den der SEOdiot natürlich gerne aufgreift, um vielleicht einen der zur Verlosung stehenden Linkplätze zu ergattern etwas zu diesem Projekt beizutragen.
Wie kamst du zu WordPress?
Browser -> wordpress.org -> Download ![]()
Nö, ich weiß es ehrlich gesagt schon gar nicht mehr. Als ich mit meinem Alter Ego namens Lukuhlus im Oktober 2006 so richtig mit der Bloggerei anfing, verschaffte ich mir erst mal einen Überblick über die verschiedenen Systeme und Blogging-Communities, also nehme ich an, dass ich ganz ursprünglich über eine Google-Suche in der Art “Blog-Software” auf WordPress aufmerksam wurde. Und als dann die Entscheidung fiel, einen Blog komplett selbst zu hosten, war WordPress einfach wegen der immensen Präsenz im Gedächtnis die erste Wahl.
Hast du vorher schonmal andere Blogsoftwares genutzt, wenn ja welche?
Jein. Ich verwende neben WordPress keine andere Blog-Software sondern bin eben seit über zwei Jahren bei blog.de. Deren System basiert zwar auf irgendeinem großen Open Source System, ist aber enorm weiterentwickelt. Oh, ich vergaß: zwei Accounts bei Blogspot hab ich ja auch noch, aber die pflege ich überhaupt nicht mehr…
Warum nutzt du (nun) WordPress als Blogsoftware?
Weil ich da die volle Kontrolle in eigener Hand habe. Es gibt nun mal vieles, was man mit blog.de oder blogspot.com nicht umsetzen kann, was aber für einen “richtigen Blog” in meinen Augen einfach unverzichtbar ist. Ob das mit anderer Blogsoftware genauso (einfach) möglich wäre oder eben nicht, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Wie zufrieden bist du mit WordPress?
Bisher sehr. Es gibt nahezu keine Aufgabenstellung, für die nicht bereits jemand eine Lösung gefunden hat. Nahezu alles ist möglich, die Erweiterung mit selbstprogrammierten Sachen aufgrund der sehr guten Dokumentation ziemlich komfortabel und die Bedienung ist ja sowieso kinderleicht.
Was ist das besondere an WordPress deiner Meinung nach?
In erster Linie die Community. Was auch immer man umsetzen möchte oder was auch immer man für ein Problem hat – nach etwas googeln findet man die Lösung. Und selbst wenn man die nicht findet, helfen einem die vielen Foren üblicherweise schnell weiter. Ein zweiter Aspekt, der mir sehr gut gefällt ist die bereits standardmässig recht gut implementierte Suchmaschinenfreundlichkeit. Andere Blog-Systeme sind hier zwar meines Wissens nach nicht unbedingt schlechter, aber mit ein paar zusätzlichen Plugins und ein bisschen Disziplin beim Bloggen ist WordPress quasi ein Out-Of-The-Box-SEO-System.
Würdest du WordPress für Anfänger oder eher für Fortgeschrittene empfehlen?
Von der redaktionellen Bedienung her ist es definitiv auch für Anfänger geeignet, die sich einmal ein paar Minuten Zeit nehmen, um sich mit dem generellen Vokabular und der Technik des Bloggens auseinanderzusetzen. Was die Installation und die Individualisierung des Blogs angeht, würde ich aber Fortgeschrittenen-Niveau voraussetzen. Immerhin sollte man sich dazu rudimentär mit Datenbanken auskennen, ein bisschen auf der Kommandozeile werkeln können, HTML/CSS zumindest einigermassen verstehen und dergleichen. Außerdem ist die Wartung ein wichtiger Punkt, um das System so sicher wie möglich zu halten. Gerade WordPress ist ja eine gern gesehene Zielscheibe von Script-Kiddies, die sich einen Spaß daraus machen, einfach so aus Langeweile irgendwelche WP-Blogs zu hacken und zu zerstören. Deswegen sollte man unbedingt immer jedes Update baldmöglichst einspielen, um bekanntgewordene Lücken zu stopfen. Was zwar dank der integrierten Update-Funktion inzwischen auch für Laien schnell machbar ist, aber gerade wenn zusätzliche Plugins im Spiel sind, ist es einfach besser, wenn man ein wenig Ahnung von der Materie hat, um bei möglicherweise auftretenden Kompatibilitäts-Problemen der Sache auf die Spur zu kommen. Prinzipiell kann ich also Anfängern nur empfehlen, zumindest für diesen Aspekt jemanden in der Hinterhand zu haben, der einem bei Bedarf helfen kann.
Könnte WordPress auch als Firmenwebsite dienen?
Kommt ganz darauf an. Das ist in etwa die gleiche Frage wie: “könnte ein Smart auch als Firmenauto dienen?”. Um welches Unternehmen geht es? Wie verdient es sein Geld? Was will es mit der Website erreichen? Was soll alles angeboten werden? Wie sind die Pläne bezüglich eines späteren Ausbaus? WordPress ist beispielsweise nur schlecht geeignet, um damit E-Commerce in vernünftigem Maße zu betreiben. Oder eine mehrsprachige Website sinnvoll aufzubauen. Genauso wird es unter Umständen schwierig, einen großen Bereich statischer Informationen (z.B. einen umfangreicheren Produkt- bzw. Servicekatalog) sauber hierarchisch abzubilden. Zwar ginge das alles über Kategorien und Tags und die statischen Seitenmöglichkeiten und dergleichen schon irgendwie alles, aber eigentlich gibt es viele andere kostenlose und für Laien redaktionell nicht schwieriger zu bedienende Systeme, die eine solche Aufgabe einfach viel besser lösen können, weil sie genau dafür auch gebaut wurden. Joomla zum Beispiel. Oder Silverstripe, der neue Stern am CMS-Himmel. Oder auch OsCommerce oder Magento, wenn es um einen Shop gehen soll. Ich vertrete daher den Ansatz “Schuster, bleib bei Deinen Leisten”. WordPress ist zum Bloggen entwickelt worden und dementsprechend sehr gut darin. Aber für alle anderen Zwecke, bei denen der Hauptzweck der Website nicht der ist, ein zeitliches Archiv von mehr oder weniger regelmässig und häufig veröffentlichten Informationen aufzubauen, wäre die Verwendung von WordPress in etwa so wie die Nutzung eines Mini Clubman als Lieferwagen eines Unternehmens: in bestimmten Fällen funktioniert das prima (wenn die Ladung nicht zu groß wird), aber ansonsten sollte man sich für diese Zwecke schon besser ein für genau diesen Job des Transports von Lasten gebautes Fahrzeug anschaffen.
Denkst du, dass WordPress nur eine reine Blogsoftware ist oder aber auch als CMS zu bezeichnen ist?
Siehe die vorige Frage. Dank der Möglichkeit zur Erstellung von statischen Seiten ist es durchaus auch als CMS zu missbrauchen. Aber genauso wie bei einem richtigen CMS ein Blog nur ein Nebenaspekt ist, sollte man WordPress auch zentral als Blogsoftware betrachten, die als Nebenaspekt auch die Verwaltung von ein paar statischen Seiten erlaubt.
Kennst du größere Unternehmen/Websiten, welche WordPress schon nutzen? Wenn ja welche?
Ja. Ad hoc fällt mir vor allem ACD Systems ein, die einen sehr schönen Blog mit WordPress aufgebaut haben und mit diesem auch ihre Community pflegen. Darüber hinaus kenne ich aber überwiegend kleinere und mittelständische Unternehmen, wie beispielsweise der Reise-Blog von Stern Tours.
So, das waren meine 2 Cents. Ich hoffe, ich konnte etwas zu dem WPHelper-Projekt beitragen – und rufe umgekehrt alle Leser auf, doch selber auch einfach mitzumachen!
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