Linkaufbau über Diskussionsforen – ist das per se schlecht?

Über einen Tweet von @Sistrix bin ich gerade auf einen anscheinend recht neuen Artikel von Jürgen Lammers aufmerksam geworden, in dem es über Linkaufbau mit Hilfe von Diskussionsforen geht. Sistrix selbst sowie einige Kommentatoren warnen vor dem Einsatz dieser Technik, da sie für sie sehr nah am Spam ist. Meine Erfahrung ist jedoch diejenige, dass es durchaus schon was bringen kann und “white hat” ist – wenn man es nur “richtig” macht!

Prinzipiell geht es bei Suchmaschinenoptimierung vielen ja in erster Linie um – ja genau, Suchmaschinen. Dass es aber eigentlich beim übergeordneten Thema Internet Marketing tatsächlich immer grundlegend um Menschen geht, das vergessen viele. Man kann nun als SEO aus Gewohnheit also einfach stur aus Suchmaschinensicht denken und sich entsprechende Links besorgen, aber ob diese aus menschlicher Sicht dann auch so gut sind, das ist in manchen Fällen etwas zweifelhaft.

Wie bekommen wir also nun den menschlichen Aspekt in das Ganze hinein? Also den sozialen Aspekt. Ähm – “sozial”? “Social”? “Social Communities”? Aha! Schon sind wir beim Web 2.0, also allen voran MySpace, Facebook, YouTube, Twitter und Co – und eben auch der 1.0-Version des Web 2.0, nämlich Diskussionsforen.

Das Prinzip, wie man diese ganze interaktive Seite des Internet für sein Geschäft nutzen kann, ist dabei ähnlich wie im realen Leben. Bist Du eher anonym – oder hat Deine Unternehmung ein “Gesicht”? Versteckst Du Dich mit Deinem Unternehmen ausschließlich hinter Websites, Kontaktformularen, Email und Telefonnummern? Schaltest Du passive Werbung, in denen einfach nur angepriesen wird, wie toll Deine Produkte und Dienstleistungen sind? Oder gehst Du persönlich auf Messen und ähnliche Veranstaltungen und bist direkt ansprechbar, gehst auf die konkreten Fragen und Probleme der Interessenten ein und erklärst ihnen, dass und warum genau Du ihnen in helfen kannst? Oder noch einen Schritt weitergehend: wenn Du einen besonders spritsparenden Luftfilter für Autos verkaufst, gehst Du vielleicht sogar direkt in Werkstätten und sprichst gezielt Menschen an, die sowieso gerade zum Luftfilter-Wechsel in die Werkstatt kommen?

Zugegeben, in der realen Welt ist der letzte Punkt schwer vorstellbar, weil das enorme Manpower benötigt, um die Werkstätten alle abzudecken, also wirst Du das nur immer im Rahmen von Sonderaktionen mit ausgewählten Werkstätten machen können. Aber hey – im Internet musst Du nirgends hinfahren. Du kannst mit nur einem einzigen Mausklick direkt die Orte aufsuchen, wo sich die Menschen herumtreiben, denen Du etwas verkaufen kannst!

Natürlich darfst Du dabei nicht so aufdringlich sein wie der berühmte Staubsauger-Vertreter, der gleich einen Fuß in die Tür einklemmt und sich nicht mehr abwimmeln lässt. Aber Du kannst in fachlichen Diskussionen zu Deinem Spezialgebiet teilnehmen, somit Reputation als Experte aufbauen und durchaus auch mal den einen oder anderen Tipp fallen lassen, der direkt oder indirekt zum Geschäft für Dein Unternehmen führt.

Klar, das Ganze ist sehr zeitaufwändig und bringt zumindest am Anfang nur eine sehr kleine Ausbeute. Du wirst viel Zeit in Foren verbringen und viele Einträge schreiben müssen, bevor der erste Besucher darüber generiert wird. Aber das ist im Straßenverkauf nicht anders. Jeder kennt doch den netten Mann von Portas oder die Trupps von 1&1 oder den verschiedenen Handy-Netzanbietern, die bevorzugt in Einkaufszentren lauern und vorbeigehende Passanten ansprechen. Deren Conversion Rate ist auch nicht umwerfend. Aber warum machen sie es dann trotzdem, wenn es doch eigentlich “nichts bringt”? Weil es eben doch was bringt und daher ein ganz normaler Channel in ihrem Verkaufssystem ist. Es ist zwar sicher nicht der gewinnbringendste, aber es ist einfach “Public Work”. Präsenz zeigen. Darum geht es.

Ich persönlich sehe daher besonders für kleinere Unternehmungen und Startups eine große Chance in einem derartigen Vorgehen. Sicher hat man gerade als Ein-Mann-Unternehmen oder kleiner Familienbetrieb eigentlich “wichtigere” Dinge zu tun als stundenlang im Internet zu hängen und seinen Senf irgendwo zu hinterlassen. Denkt man zumindest. Aber wenn man mal genauer überlegt, ist doch eigentlich genau das einer der wichtigsten Punkte: sein Angebot bekannt machen. Sich selbst bekannt machen. Sich in die Öffentlichkeit stellen und sagen “hallo Welt – hier ist jemand, der sich mit diesem Thema wirklich auskennt und der helfen kann”. Denn genau diese sehr persönliche Art der Öffentlichkeitsarbeit führt zu Aufmerksamkeit, zu Kontakten, zu Reputation und schließlich zu Geschäft. Zwar vielleicht nicht von heute auf morgen aber langfristig auf jeden Fall. Denn Deine Unternehmung bekommt ein Gesicht. Oder zumindest eine Stimme. Eine persönliche Stimme, hinter der ein echter Mensch steckt. Und Menschen fühlen sich zu Artgenossen nun mal meistens deutlich eher hingezogen als zu so einem abstrakten Etwas wie ein von einem PR-Team aufgrund von Zielgruppen-Analyse und demografischen Erkenntnissen zusammengebastelten “Marken-Image”.

Vor allem kann ein solches Vorgehen ja langfristig auch zu starken Links führen. Wenn du gut bist, wirst Du auch weiterempfohlen – und schon erscheint irgendwo ein weiterer Link zu Deiner Website. Und Besucher kann es auch generieren, denn wenn ein Diskussionsforum selbst ein starkes Ranking hat, wird es selbst auch durchaus mal als Suchergebnis angezeigt. Jemand, der nach einem relevanten Begriff sucht, stolpert also vielleicht drüber, liest somit auch Deine Postings, lernt Dich als Mensch kennen, sieht Dein Angebot dazu – und…?

Natürlich soll das jetzt nicht heißen, dass das der einzige goldene Weg zum Erfolg ist. Das beste ist wie immer ein goldener Mittelweg vieler verschiedener Strategien. Aber die aktive Teilnahme in starken Foren oder sozialen Netzwerken ist eine oft unterschätzte Möglichkeit, wirklich sehr gute Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und seine Zielgruppe auf dem direktmöglichsten Weg zu erreichen. Und deswegen kann ich den Tipp von Jürgen nicht per se als Spam oder veraltete Technik zum Link Building abtun.

In Foren rein der Links wegen aktiv zu sein – nein. Foren aber als Marketing-Instrument zu sehen, das indirekt langfristig zu mehr Erfolg führt – definitiv!

Also such einfach mal nach gut platzierten Foren für Deine wichtigen Begriffe, hol Dir dort nen Account – und fang einfach an, mitzureden! Genau so, wie Du es im realen Leben ja auch machen würdest, wenn Du an der Bushaltestelle sitzt und mitbekommst, wie sich Deine Banknachbarn ewig über ein Problem unterhalten, das Du mit ein paar Worten lösen kannst. Oder würdest Du da tatsächlich Deinen Mund halten?

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1 Kommentar zu “Linkaufbau über Diskussionsforen – ist das per se schlecht?”
Besseres Ranking durch Forenbeiträge? 29. März 2009 um 10:50

[...] Auf seodiot.de gibt es einen sehr ausführlichen lesenswerten Artikel zum Thema. [...]

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