Kategorien – Tags – Wer Ordnung hält…

Endlich ziert auch diesen Blog nun eine Tag- und Nachtwolke. Aber warum jetzt eigentlich das auf einmal?

Nachdem der Blog jetzt doch schon einige Einträge vorzuweisen hat, war es gestern an der Zeit, die Struktur neu zu überdenken. So etwas gleich festzulegen, wenn man startet, führt ja oft dazu, dass man bald vor einem Eintrag sitzt und sich krampfhaft überlegt, in welche Kategorie er denn nun passen würde. Also legt man im Endeffekt vielleicht einfach eine neue an. Und ein paar Einträge später passiert das gleiche wieder. Bis man sich versieht, hat man also einen kleinen Wildwuchs an Kategorien. Und wohl auch Tags.

Um das zu umgehen habe ich irgendwo schon vor Jahren, als ich mit dem Bloggen anfing und daher auch leider keine Quelle mehr dazu nennen kann, den einfachen Rat gelesen:

Don’t over-organize – start writing!

Ein Blog sollte Persönlichkeit haben. Er sollte individuell sein und die Ordnung sollte zu dem jeweiligen Thema passen, um das er sich dreht. Tageszeitungen mit ihren festen Rubriken kann jeder schreiben. Aber einen guten Blog macht eben unter anderem auch eine zu ihm passende Struktur aus. Die sich oft aber auch erst entwickelt, wenn sich der Blog mit Leben füllt. Denn niemand kann ja wirklich schon vorab 100%ig sagen, welche Art Artikel im Laufe der Zeit geschrieben werden und wie sich die also sauber einordnen lassen. Nun ja, ein Medienarchivar oder jemand mit ähnlicher Ausbildung kann das vielleicht dank der erlernten, wissenschaftlichen Methoden hierfür. Aber wir sind ja eigentlich doch eher “normale Menschen”…

Also ist es eigentlich das Beste, wenn man einfach anfängt und erst mal “aus dem Bauch heraus” kategorisiert und taggt – sich nach den ersten 20-30 Einträgen aber mal zurücklehnt, sich das Vorhandene genauer ansieht und erst dann überlegt, wie man die vorhandenen Artikel sauber ordnen könnte. Denn nach so vielen Einträgen sollte sich langsam wirklich herauskristallisieren, in welche Richtung der Blog geht, welche Art Einräge überhaupt enthalten sein werden und wie sich diese also logisch strukturieren lassen.

Also habe ich genau das gestern mal gemacht. Ob meine jetzige Ordnung der Weisheit letzter Schluss ist – das muss sich nach den nächsten 50-100 Einträgen zeigen, denn dann werde ich nochmal so eine Nachdenk-Runde einlegen. Ich glaube dass, dass sie für diesen Blog passt und ausreicht.

Gleichzeitig hatte ich mich ja erst mal geweigert, überhaupt Tags zu verwenden. Denn genau dort entsteht am allerschnellsten Wildwuchs und aus Erfahrung mit meinem ersten Blog weiß ich, dass man da schnell auf dutzende Tags kommen kann, wenn man sich hierfür nicht auch eine relativ feste Struktur ausdenkt und sich nach Möglichkeit auf ein paar handvoll Tags beschränkt. Denn genau hier ist es wirklich sehr leicht, ins Chaos abzudriften und eine auch für Leser recht nutzlose Tagwolke aufzubauen.

Wie ordnet man nun aber eigentlich sauber nach Kategorien und Tags?

Auch hierzu habe ich noch einen Satz eines alten Bloggers im Kopf:

Stell Dir Deinen Blog vor wie ein Buch. Die Kategorien entsprechen dann den Kapiteln, also der obersten Ordnungsebene. Und die Tags sind all die kleinen Lesezeichen, die Du selbst eingeklebt hast, um Dir zu merken, wo welche Themen behandelt werden. Beziehungsweise sind sie das üblicherweise am Ende eines Buches zu findende Schlagwortregister mit den Verweisen auf diejenigen Seiten, wo ein Leser etwas zu diesen Schlagworten finden kann.

Eigentlich ganz einfach, oder?

In der Praxis aber…? Nicht, dass ich andere Blogger anprangern möchte, aber manchmal treffe ich schon auf recht wirre Konstrukte. Die ja auch überhaupt erst zu so etwas wie dem YARPP-Plugin oder seinen Verwandten geführt hat. Denn eigentlich sollte eine sauber Verschlagwortung (“Tagging”) ja genau die Funktion dieses Plugins ersetzen. In dem Artikel geht es irgendwie um Link Building? Also sollte er auch mit diesem Tag versehen werden und jeder Leser kann mit einem Klick auf diesen Tag alle verwandten Artikel, in denen es ebenfalls um Link Building geht, finden können.

Aber natürlich weiß ich aus der Praxis, dass das Plugin dennoch seine Daseinsberechtigung hat. Der Mensch hat nun mal gerne eine Art Vorschau, bevor er wo draufklickt. Was mit reinem Tagging ja nicht gegeben ist, wohl aber mit YARPP.

Und bevor dazu Fragen aufkommen, noch ein paar Worte zur Auswirkung auf Suchmaschinen, die dieses Vorgehen mit sich zieht. Denn so ein Umbau der Kategorien und Tags führt ja unter Umständen zu umgezogenen Seiten und damit einem kleinen Durcheinander im Index. Aber genau deswegen sollte man es einfach nach den ersten 20-30 Einträgen machen. Denn zu diesem Zeitpunkt ist der Traffic, den man über Suchergebnisse bekommt, ja üblicherweise noch sehr gering und der “Schaden”, der durch so ein kleines Chaos entsteht, so klein wie möglich.

Also – wie siehts denn mit Euren Kategorien- und Tag-Strukturen so aus?


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Google und Parameter-URLs – Resignation vor der Wirklichkeit Danke, Google. Als ich heute morgen die Twittersphere überflog, sprangen mir dutzende Meldungen entgegen, dass Du jetzt die Möglichkeit bietest,...
  2. Endlich: Ladezeit einer Seite jetzt ein Ranking-Kriterium Diese Neuigkeit verbreitet sich ja gerade mit rasanter Geschwindigkeit durch alle einschlägigen SEO-Blogs: Google hat die Ladezeit einer Seite in...
  3. Der SEOdiotische Wochenrückblick – KW 41/2009 Sodala. Der Umzug des Firmenbüros ist zwar mit den üblichen, kleinen Murphys, aber immerhin ohne größere Verluste vonstatten gegangen. Und...
  4. UXO – quelle.de lebt wohl doch noch im Print-Katalog User eXperience Optimization. Ein Thema, dem sich mein werter Kollege Steven ja schon länger widmet. Und gerade eben habe ich...

Diesen Artikel per Email weiterempfehlen Diesen Artikel per Email weiterempfehlen
Noch keine Kommentare zu “Kategorien – Tags – Wer Ordnung hält…”

Diskutiere mit - gib einen Kommentar ab