Cui honorem, honorem! [UPDATE]
Abgelegt unter: SEO-BasicsJa, ich gebs ja zu. Eigentlich kann ich gar kein Latein, da ich Dummling nur ein Fach-Abi über den zweiten Bildungsweg hab. Ich hab mir die Überschrift von einer Seite mit dem treffenden Titel “Latein für Angeber” gesaugt. Aber es trifft den Nagel auf den Kopf: Ehre, wem Ehre gebührt! Oder: wer lesen kann, ist deutlich im Vorteil…
Worum gehts? Mein geschätzter Kollege und Blogfreund Steven vom “SEO & Usability” Blog hatte am 27.11.2008 frühmorgens (also in der Nacht vom 26. auf 27.) einen “kleinen” Fauxpas in der Google Site-Suche entdeckt und darüber geschrieben. Am Morgen darauf wurde dann sogar das Google Watchblog darauf aufmerksam und berichtete ebenfalls darüber. Ganz deutlich ist da am Ende des Eintrags der Link zu Steven und seinen Eintrag als Quellenangabe zu sehen. Heute morgen dann – auf ibusiness.de vom HighText Verlag ist diese Meldung ebenfalls zu lesen (der Originalartikel ist leider nur für Abonnenten sichtbar, daher kann ich nur zitieren bzw. diesen Link zur Anmeldung anbieten):
Das Google Watchblog deckt auf, dass die deutsche Wiedervereinigung wohl doch nicht stattgefunden hat. Grund: Bei der Google Site Search tauchten ‘Germany’ und ‘East Germany’ auf.
Aha! Der(!) Google Watchblog hat das also entdeckt. Jaja, meine Herren. Wer mal in Deutsch aufgepasst hätte, wüsste jetzt vielleicht noch, dass derart falsche Quellenangaben eigentlich eine sofortige 6 bedeuten.
Warum mich das jetzt aber derart erbost, dass ich sogar drüber blogge? Weil Steven mir persönlich gut bekannt ist und der Arme in letzter Zeit schon so oft um derartige Ehre geprellt wurde, also dass andere sich mit seinen Recherche-Federn schmückten. Nein. Da ist zwar auch was dran, aber mir gehts wirklich darum, dass ein Blog ja nicht gleich heißt, dass man die Hausaufgaben nicht zu machen braucht. Und für öffentliche Publikationen aller Art ist saubere Quellenrecherche nun mal eine der wichtigsten Pflichtübungen. Bevor man einen Artikel schreibt oder veröffentlicht, sollte man sich einfach wirklich dessen versichern, dass man nicht die falschen Leute mit Ruhm bekleckert. Bei sowas wie hier gehts ja – aber ich erinnere mich an Situationen im Studium, wo so ein Fauxpas mit falscher Quellenangabe zu wirklich bitterbösem Blut geführt hat.
Also: bevor Ihr eine Quelle nennt – schaut doch erst mal, ob da nicht noch eine andere Quelle angegeben ist. Ihr könnt ja ruhig auf X verweisen, wenn eigentlich Y der Urheber war. Aber X dann eben auch noch als Urheber anzugeben – das ist einfach keine feine Sitte und zeugt nicht von professioneller Arbeit. Erst recht nicht, wenn ein Verlag so etwas macht, wo man doch eigentlich denken sollte… Obwohl – vielleicht steht HighText ja für… Naja, was auch immer, aber vielleicht nicht gerade für nüchternen Journalismus…
EDIT:
Um 14:43 Uhr bekam Steven eine Antwort von Joachim Graf von HighText, dass die Quellenangabe nun geändert wurde, nachdem Steven um 12:15 Uhr dort per Kontaktformular nachgehakt hatte. Also durchaus eine angenehme Reaktionszeit. Als nette Anekdote am Rand bleibt dann nur, dass die Mail mit “Guten Tag It It” begann, weil Steven sich mit dem Namen “IT” angemeldet hatte. Sehr persönlich war diese Antwort also wohl nicht…
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Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man sich beim Lowtext ähm Hightext-Verlag denkt, dass ‘Googlewatchblog’ bekannter ist und somit für die Leser einfach eine wertigere Referenz darstellt? Stevens Blog ist noch sehr neu, vielleicht hatten die ‘Macher’ einfach ‘Angst’?
Trotzdem: Das geht so nicht … wer weiß, was sich die ‘Journalisten’ dort sonst so aus den Fingern saugen? Es ist nicht gerade förderlich für die Vertrauensbildung in diese Publikation … Schade, dass der Artikel nicht öffentlich zugänglich ist … und obwohl sie darauf aufmerksam gemacht worden sind, wurde noch nix geändert …
Antworten
Ich kämpfe seit Monaten damit, dass mein EMail-Client relativ dumpf versucht, aus einer E-Mail automatisch eine Anrede zu basteln. Und in der Hektik übersehe ich das. Ich weiss, ich weiss, lesen hilft…..
@Tobias: Es tut uns wirklich leid, der Redakteur hatte den Originallink schlicht übersehen. Manchmal drückt es eben durch, dass Redakteure nur Menschen und keine Halbgötter sind….
Wir geloben Besserung
Joachim Graf
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