Wie man Link Building nicht machen sollte

Oh – da ist Rand Fishkin von SEOmoz aber mal so richtig erzürnt…

Er hat nämlich in seinem aktuellen Posting mal das Top-Suchergebnis für “SEO company” etwas genauer untersucht und spricht dabei von einer “Schande für Google und die anderen Suchmaschinen”.

Was geht da vor?

Nun – der derzeitige Platz 1, nämlich nationalpositions.com (nein, die bekommen jetzt nicht auch noch einen Link von mir) hat beim Link Building irgendwie etwas “übertrieben”. Es wurde eine Technik eingesetzt, die laut den Google Webmaster Guidelines seit Jahren verpönt ist – aber leider eben immer noch funktioniert.

Konkret wurden zum einen massiv Webkataloge und Verzeichnisse und dergleichen mit Links zugepflastert und zum anderen wurden wohl auch bezahlte Links eingesetzt. Also eigentlich genau das, was man auch laut Google selbst nicht tun sollte. Dumm ist eben nur, dass hier wieder mal wunderbar gezeigt wird, dass es trotzdem noch funktioniert.

Wie Rand mit Hilfe des Linkscape-Tools nämlich herausgefunden hat, zeigen derzeit 757 Links von 493 verschiedenen Domains auf diese Website. Unter diesen 493 Domains sind so “illustre Namen” wie printing.reallife.now, baby-names-plus.com, adsadvert.com, paper-shredders.0tec.com, binoculars.0tec.com, graphic-design.0tech.com, learn-spanish.0tec.com, e-padi.com, w3links.net, livetek.com und noch viele andere wirklich total unbedeutende und nichts mit dem Thema SEO zu tun habende Websites dabei. Weiter gehts: 463 dieser Links benutzen dabei den Begriff “SEO Company” in verschiedenen Groß-/Kleinschreibungen, 42 benutzen nur “SEO”, 33 benutzen “SEO Services”, 25 benutzen “Search Engine Optimization LA” und 24 benutzen “Search Engine Optimization”. Zusammen also 587 Links, die exakt die zwei, drei zentralsten Suchbegriffe beinhalten. Und genau das ist einfach “auffallend unnatürlich”.

Eine wirklich ganz sauber mit der Zeit gewachsene Linkstruktur beinhaltet im verlinkten Text in den allermeisten Fällen nämlich den Namen oder die URL des Unternehmens, niemals aber einen derart großen Anteil an Suchbegriffen, einfach weil die meisten Webmaster und Redakteure eben den Namen oder die URL im Text nennen und verlinken. Es sei denn, der Name oder die URL beinhaltet wirklich einen Suchbegriff, aber das ist bei “National Positions” ja wohl eher nicht der Fall. Hier wurde also ziemlich offenkundig absichtlich diese Linkstruktur manipuliert und nur wenige der 757 Links werden wirklich “natürlich” zustandegekommen sein.

Was daran jetzt aber eine “Schande” für Google ist? Nun, wer sucht denn nach “SEO Company”? Genau: die Leute, die eine derartige Dienstleistung suchen. Und was finden sie im Moment auf Platz 1? Eine Firma, die nicht unbedingt zu 100% nachhaltig arbeitet. Und weil noch dazu Site-Links angezeigt werden, suggeriert es dem Suchenden, dass hier eine wirklich große Autorität für dieses Gebiet vorliegt. Aber derart auffällig-aggressives Link Building, wie die es gemacht haben, kann sehr, sehr schnell als solches erkannt und von den Google Quality Ratern nutzlos gemacht werden. Wenn die nun also für ihre Kunden genauso vorgehen? Ist es aber ratsam, Geld und Zeit in solche Techniken zu investieren, mit denen man bereits morgen schon wieder im Nirgendwo der Platzierungen landen kann? Ist deswegen dieses Suchergebnis tatsächlich ein “gutes” Ergebnis? Und wäre es nicht in Googles ureigenstem Interesse, genau so etwas zu verhindern? Also gerade bei diesem ganzen Thema, wo sie bei den Webmastern und SEOs immer auf Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit und dergleichen pochen, versagen alle ihre eigenen Mechanismen, um ihre Suchergebnisse vor dieser schon seit Jahren bekannten Art der Manipulation zu schützen?

Nun ja. Als “Schande” würde ich es ja vielleicht noch nicht bezeichnen. Aber als bedenklich auf jeden Fall. Google hat ja nichts gegen ehrliche Suchmaschinenoptimierung. Im Gegenteil ist es ja in ihrem eigenen Interesse, dass wirklich themenrelevante Seiten nach oben kommen, weil das ja auch gut für die Suchenden ist, wenn sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wer also in Google nach “SEO Company” sucht, dürfte erwarten, dass die dortigen Top-Ergebnisse genau so arbeiten, wie Google es auch befürwortet. Dass das aber wohl nicht so ist – nun ja, ich finde es wie gesagt bedenklich…


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5 Kommentare zu “Wie man Link Building nicht machen sollte”
Dein schlechtes Gewissen 27. Oktober 2008 um 13:08

Du weißt ja, dass es uns bei manchen Ergebnissen nicht anders geht – es gibt immer wieder Fälle, wo man sich denkt ‘was zur Hölle macht Google da?’.
Angefangen von Cloaking, bis hin zu Linkkauf – und dann die Kunden, die man beruhigen muss, weil sich wieder einer mit unsauberen Mitteln nach oben geschoben hat …
Und diese Seiten sind dafür verantwortlich, dass Google das nofollow-Attribut fordert – Google ist dem nicht mehr gewachsen :(
Aber so ist das Leben – wir kämpfen holistisch … und bald nenne ich mich Dirk …

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Druidin Reply:

Hallo DIRK!!!

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klaus-martin 19. November 2008 um 14:56

sieh es positiv. offenbar wurde weder kommentar-spam noch refferer-spam noch track-back-spam eingesetzt :-)

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SEO Notes 10. Dezember 2008 um 15:03

Hi,
interessanter Artikel. Wenn ich mir Projekte ansehe, merke ich wie stark bestimmte SEO Firmen ihre Kunden mit Links aus Russland versorgen. Klar sind so die Kosten geringer aber die Qualität und Themenrelevanz geht gegen Null. Und Google???? interessiert es nicht die Bohne. Eine Anhebung der Faktoren, die auf Qualität abziehlen sollte meines Erachtens im Linkbuilding und bei der OnSite dringend vorgenommen werden, sonnst greifen immer mehr SEOs auf solche techniken zurück. Und Kunden können es eben auch nicht beurteilen, was sie von der Agentur so geleistet bekommen.

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seodiot Reply:

Du sprichst mir sowas von aus der Seele… Ich habe sogar wirklich gerade einen Kunden, der auf Platz 2 für einen wirklich deutschen Begriff festbetoniert ist und bei dem Platz 1 von jemandem eingenommen wird, dessen Links zu 90% aus russischen Foren, Blogs und sonstigen ausländischen Seiten stammen. Und jetzt erklär dem mal, dass er das BITTE NICHT NACHMACHEN soll… :(

Vor allem wird es allgemein wieder deutlich schwieriger, wie ein Apostel predigend mit dem Finger auf die Google Guides zeigend rumzulaufen und jedem Kunden zu sagen, dass er bitte keine Links kaufen soll. Zwar zucken alle bei so Maßnahmen von Google wie Anfang dieses Jahres vielleicht kurz zusammen, aber da es eben nicht flächendeckend gekracht hat und die meisten Websites trotz gekaufter Links von wirklich irrelevanten Seiten noch gut positioniert sind…?

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